Wasser

In vielen Ländern werden die Wasserressourcen übernutzt und das Trinkwasser wird knapp. Zugleich verschärft der Klimawandel die Situation. Mit konkreten Projekten helfen wir Produzenten von Früchten, Gemüse und Blumen, sparsamer mit Wasser umzugehen.

Reduktion des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft

In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich führte Coop eine umfassende Risikoanalyse zum Thema Wasser durch.

Gemäss dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) verbraucht die Landwirtschaft rund 70 Prozent des weltweiten Süsswassers. In Ländern mit knappen Wasserressourcen wird dies zunehmend zum Problem. In diesen Ländern setzen wir daher verschiedene Massnahmen zur effizienten Nutzung von Wasser in der Landwirtschaft um. Zusammen mit der ETH Zürich haben wir eine umfassende Risikoanalyse zum Thema Wasser durchgeführt. Zudem wurde der «Wasserstress» in den Produktionsländern für unsere Früchte und unser Gemüse untersucht. Es wurde also geprüft, ob es genügend Niederschläge gibt und ob die Ressource Wasser übernutzt wird.

Effizientere Wassernutzung

  • SPRING Wasserstandard: Mit dem WWF und GLOBALG.A.P., einem weltweiten Zertifizierungssystem, haben wir den Wasserstandard SPRING entwickelt. SPRING steht für «Sustainable Program for Irrigation and Groundwater Use» und regelt die nachhaltige Wassernutzung bei der Produktion von Früchten und Gemüse. Dieser Standard wird nun in einem ersten Schritt bei all unseren Früchte- und Gemüseproduzenten in Spanien und Marokko umgesetzt. Anschliessend wird die Umsetzung auf weitere wasserknappe Länder und Regionen wie Südafrika, Peru, Süditalien oder Mexiko ausgeweitet.
  • Lokale Wasserkompensation: In Marokko in der Region Agadir haben wir mit Unterstützung des Coop Fonds für Nachhaltigkeit ermittelt, wie viel Wasser bei der Produktion von Früchten und Gemüse für uns verwendet wird. Diese Menge wird nun in der gleichen Region durch Massnahmen wie Regenwassersammelbecken oder Tröpfchenbewässerung wieder eingespart.
  • Gezielte Bewässerung: Beim Erdbeeranbau in Spanien haben wir mit unseren Produzenten begonnen, den Feuchtigkeitsgehalt im Boden zu messen und nur noch bei Bedarf zu bewässern. So kann der Wasserverbrauch um rund 30 Prozent reduziert werden.
  • Alliance for Waterstewardship (AWS): Zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) haben wir bei unseren wichtigsten Spargelproduzenten in Peru ein Pilotprojekt zur Umsetzung des AWS-Wasserstandards durchgeführt. Dabei wurden Vertreter der Produzenten, Nichtregierungsorganisationen, die lokale Bevölkerung und Vertreter der lokalen Regierung in nachhaltigem Wassermanagement geschult und anschliessend auditiert.

Reduktion von Wasserstress

  • Pilotprojekt zur Umsetzung des neuen Wasserstandards bei unseren wichtigsten Spargelproduzenten in Peru.
    Foto: Raphael Schilling
  • Das Pilotprojekt wurde zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) durchgeführt.
    Foto: Raphael Schilling
  • Vertreter der Produzenten und der lokalen Regierung sowie die lokale Bevölkerung wurden in nachhaltigem Wassermanagement geschult.
    Foto: Raphael Schilling
  • Da Wasser eine weltweit genutzte Ressource ist, engagieren wir uns auf übergeordneter Ebene für ein nachhaltiges Wassermanagement.
    Foto: Raphael Schilling

Mitarbeit in internationalen Gremien und Allianzen

Wasser ist eine weltweit genutzte Ressource. Daher braucht es auch globale Lösungsansätze, um eine nachhaltige Nutzung sicherzustellen. Deshalb engagieren wir uns auf übergeordneter Ebene für ein nachhaltiges Wassermanagement.

  • Water Stakeholder Committee von GLOBALG.A.P.: GLOBALG.A.P. ist ein Standard für gute Agrarpraxis, der die gesamte Produktion von der Aussaat bis zur Lieferung abdeckt. Wir haben durch unsere aktive Mitarbeit in diesem Committee erreicht, dass nun auch umfassende Kriterien zur effizienten Wassernutzung in diesen Standard integriert wurden.
  • Water Benefit Partners: Wir haben uns bei diesem Public Private Partnership beteiligt, das sich für innovative Finanzierungsmodelle im Wasserbereich einsetzt. Dabei wurden die effektiven Wasserersparnisse bei konkreten Projekten erfasst und zertifiziert. Diese Zertifikate können seit 2014 gehandelt werden.

Einzelprojekte in Ländern des Südens

Im Weltsüden unterstützen wir Kleinbauern und Produzenten mit Wissen und Technologie dabei, ein effizienteres Wassermanagement aufzubauen.

Kleinbewässerungssysteme: Zusammen mit dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) und weiteren Retailern haben wir im Rahmen eines gemeinsamen Nachhaltigkeitsprojekts mehr als 30 000 ländliche Haushalte in Indien, Afrika und Mittelamerika mit modernen Kleinbewässerungssystemen ausgestattet. Mit diesen können auch kleine Flächen ab 20 Quadratmetern bewässert werden. Kleinbauern können mit diesen Anlagen Wasser sparen, die Produktivität steigern und erst noch mit selbst hergestelltem organischem Dünger arbeiten.

Schulungen: Selbstverständlich schulen wir die Bauern in der Verwendung der Systeme und der Herstellung des Düngers. Solchen Bewässerungssystemen verdanken es zahlreiche Kleinbauern, dass sie in ihren eigenen Gärten Früchte und Gemüse für den lokalen Markt produzieren können. Dadurch haben sie neben dem Einkommen aus dem Verkauf ihrer Fairtrade-Produkte an uns ein zusätzliches Einkommen, das zur Ernährungssicherheit beiträgt.

Einsatz von Kleinbewässerungssystemen

  • Wir unterstützen Kleinbauern und Produzenten dabei, ein effizienteres Wassermanagement aufzubauen.
    Landwirtschaft in Madagaskar
  • Mehr als 30 000 ländliche Haushalte in Indien, Afrika und Mittelamerika wurden mit modernen Kleinbewässerungssystemen ausgestattet.
    Zubehör für ein Kleinbewässerungssystem
  • Mit den Anlagen können auch kleine Flächen ab 20 Quadratmetern bewässert werden.
    Vorführung des neuen Bewässerungssystems
  • Kleinbauern können so Wasser sparen und die Produktivität steigern.
    Auswahl an Saatgut
  • Dank der Bewässerungssysteme können Kleinbauern in ihren eigenen Gärten Früchte und Gemüse für den lokalen Markt produzieren.
    Zielgerichtete Bewässerung
  • Durch den Verkauf ihrer Produkte auf dem lokalen Markt haben die Bauern ein zusätzliches Einkommen, das zur Ernährungssicherheit beiträgt.
    Lektüre nach getaner Arbeit

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