Pilotprojekte zur Förderung des Tierwohls

Neben Naturaplan und Naturafarm engagieren wir uns durch verschiedene Pionierprojekte für das Wohl der Tiere. Im Rahmen von rund 30 kleineren und grossen Projekten setzen wir uns tatkräftig für das Tierwohl ein.

Zweinutzungshuhn zur Vermeidung der Tötung von männlichen Küken

Die Hühner sind beschäftigt, Eier zu legen, und die Hähne legen viel Fleisch.

Jährlich werden in der Schweiz rund 2 Millionen männliche Küken aus der Legehennenzucht getötet, da sie sich weder für die Mast eignen noch Eier legen. Anfang 2014 haben wir aus diesem Grund auf einigen Biohöfen einen Praxisversuch gestartet, um zu testen, ob sich eine neue Hühnerrasse als sogenanntes Zweinutzungshuhn eignet. Dabei werden die weiblichen Hühner für die Eierproduktion und die männlichen für die Mast genutzt. Nach guten Erfahrungen erfolgt nun ein stetiger Ausbau. Inzwischen werden auf rund 10 Bio-Betrieben Zweinutzungshühner für Coop gehalten.

Mutter- und Ammengebundene Kälberaufzucht

Beim internationalen Tierwohl-Rating Business Benchmark on Farm Animal Welfare (BBFAW) ist Coop Spitzenreiterin.

Zusammen mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Bio Suisse suchen wir neue Wege zur Kälberaufzucht. Ziel ist es, Bio-Kalbfleisch anbieten zu können von Kälbern, welche nicht nur Milch direkt ab Euter erhalten haben sondern auch auf die Weide können. In der Mutterkuhhaltung (Natura-Veal) ist dies bereits der Standard. Für die Nachkommen der Milchkühe ist es jedoch heute die Ausnahme. Deshalb suchen wir mit 10 Pionierbetrieben neue Wege.

Edles Rindfleisch aus dem Baltikum

Grassland-Beef aus dem Baltikum hat die beste Qualität.

Statt die edlen Rindfleischstücke aus dem 12 000 Kilometer entfernten Lateinamerika einfliegen zu lassen, haben wir im Baltikum graslandbasierte Betriebe aufgebaut. So können wir auch den Ausstoss von CO2 reduzieren.

Seit Beginn richtet sich unser Projekt nach dem ressourcenschonendsten und tierfreundlichsten Standard – der Mutterkuhhaltung. Die Jungtiere haben Auslauf auf den ausgedehnten Weiden und trinken in der ersten Lebenshälfte viel Muttermilch. Das Aufbauprojekt lancierten wir 2012 zusammen mit den Bauernorganisationen vor Ort und es dauert bis 2020 an.

Weniger Antibiotika in der Kälberaufzucht

In der Schweiz verlässt ein Grossteil der Kälber im Alter von rund vier bis fünf Wochen den Geburtsbetrieb, um auf einem spezialisierten Kälbermastbetrieb grossgezogen zu werden. Dies ist auch bei vielen Naturafarm-Kälbern der Fall.

Der Gesundheitszustand der Kälber ist jedoch häufig beeinträchtigt, wenn sie auf den Mastbetrieb kommen. Zum einen ist die Betreuung auf dem Geburtsbetrieb nicht immer optimal. Zum anderen kommen die Jungtiere beim Transport und auf Sammelplätzen mit Keimen aus anderen Ställen in Kontakt, gegen die sie nicht immun sind. Dies ist für das Wohl der Tiere nicht gut und macht die Behandlungen mit Antibiotika nötig.

Deshalb setzen wir alles daran, die Bedingungen in den Geburtsbetrieben und beim Transport der Kälbchen weiter zu verbessern. In einem breit angelegten Projekt testen wir 2017–2019 die Erkenntnisse aus den Vorversuchen in der Praxis. Mit unserem Projekt wollen wir den Antibiotikaeinsatz und das Risiko resistenter Keime reduzieren und dadurch das Wohl des Tieres verbessern. Weiterhin werden wir alles unternehmen, damit ein Tier gar nicht erst erkrankt – tritt dieser Fall dennoch ein, braucht es auch zukünftig wirksame Medikamente. Bei positivem Projektverlauf können wir die Massnahmen in die Naturafarm-Richtlinien integrieren.

Schweine wollen wühlen

Die Pro Montagna-Alpschweine haben Auslauf auf Naturboden und können ihrer Natur entsprechend den Boden nach Nahrung durchwühlen.

Schweine beschäftigen sich einen Grossteil ihrer Aktivzeit (6–8 h) mit der Nahrungssuche, dazu durchwühlen sie in der Natur den Wald- und Wiesenboden. Durch die Einstreu mit Langstroh kann dieses Bedürfnis im Naturafarm-Programm teilweise befriedigt werden. Um das Wühlbedürfnis besser befriedigen zu können, machen wir zurzeit Versuche mit Wühlarealen im Auslauf des Schweinestalls.

Unsere neuesten Taten zum Thema Tierwohl

Entdecken Sie unsere neuesten Taten für mehr Nachhaltigkeit. Es kommen laufend neue Taten dazu!

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